Zukunft

Der „Lebensraum Metalli“ nimmt Form an

Zug Estates und die Stadt Zug präsentierten am 12. März das erste Resultat des gemeinsamen Planungsverfahrens für den „Lebensraum Metalli“.

Schematische Visualisierung des ausgewählten Projekts um das Architektenteam von Hosoya Schaefer. In diesem Projektstadium werden die Grundlagen für einen Richtplan erarbeitet, der verbindlich die Rahmenbedingungen für die Weiterplanung regelt.

Fachkommentare zum Projekt

Die komplette Audiopräsentation

Weiterführende Unterlagen

Wünsche aus der Bevölkerung

Die Resultate des Dialogs mit der Bevölkerung sind in den aktuellen Planungsstand eingeflossen:

  • Das Metalli soll seine heutigen Qualitäten mit dem ausgezeichneten Angebotsmix behalten, aber vermehrt zu einem Ort der Begegnung werden.
  • Das Angebot soll nebst Läden auch nichtkommerzielle Aktivitäten bieten (z. B. Sitzplätze ohne Konsumationszwang) und auch nach Ladenschluss für Ausgang und Begegnung attraktiv sein.
  • Ein Stadtplatz soll das in den letzten Jahren gewachsene Zentrum beim Bahnhof zwischen Zug und Baar beleben.
  • Die mit Glas gedeckte Passage wird geschätzt, man wünscht sich für das Metalli weiterhin eine ähnliche Lösung.
  • Das Metalli soll für Fussgänger und Langsamverkehr besser mit der Umgebung vernetzt sein.
  • Der Lebensraum Metalli soll für breite Zielgruppen zugänglich sein, auch bezahlbaren Wohnraum und generell niederschwellige Angebote umfassen.
  • Lokales soll wieder mehr Platz erhalten, z. B. Pop-up-Stores und andere Möglichkeiten von spontanen oder temporären Nutzungen für Zugerinnen und Zuger.
  • Man wünscht sich ein intensiv begrüntes, nachhaltiges und ökologisches Metalli.
  • Das Metalli soll Ausstrahlung mit architektonischen und städtebaulichen Highlights haben.

Phasenplan | So geht es weiter

Das «Metalli»-Areal umfasst die Zentrumsüberbauung «Metalli» mit über 50 Geschäften, Büro- und Wohnflächen, die beiden führenden Businesshotels Parkhotel Zug und Hotel City Garden sowie weitere Wohn- und Geschäftsliegenschaften. Die Einkaufs-Allee «Metalli» stammt aus dem Jahr 1987. Damit sie nach über 30 Jahren auch künftigen Bedürfnissen gerecht werden kann, muss sie sich weiterentwickeln.

Das «Metalli»-Quartier ist ein wichtiger Begegnungsort für die Stadt Zug. Deshalb erfolgt seine Erneuerung nach sorgfältig festgelegten Grundsätzen und im Einklang mit den Zielen der Stadtentwicklung. Es soll mehr Raum für Wohnen, Arbeiten und Freizeit geschaffen werden. Zudem sollen Freiräumen entstehen sowie neue Nutzungsmöglichkeiten, die der Zuger Bevölkerung einen echten Mehrwert bieten.

History

1887 Gründung der «Metalli»

1880/81 baute die «Actiengesellschaft Email- & Metallwaaren Fabrik Zug» die erste grosse Fabrikanlage der Stadt Zug. Kernstück war ein zweigeschossiger Backsteinbau mit einer Fassadenlänge von 118 Metern entlang der Baarerstrasse. 1882 hatte das Unternehmen 219 Beschäftigte. Da das Emaillieren eine noch wenig verbreitete Technologie war, geriet die «Emaili» in finanzielle Schwierigkeiten und ging 1886 Konkurs. Ein Jahr später gründete ein aus Zuger und Zürcher Geschäftsleuten bestehendes Konsortium die Firma «Metallwarenfabrik Zug» neu. Produziert wurden Emailwaren und Haushaltsgegenstände wie Eimailgeschirr, Emailschilder, Nachttöpfe und Molkereiartikel wie die «Zuger Kanne» für Milchtransporte. 1898 gelang dem Unternehmen der Durchbruch. Es expandierte durch Zukäufe, Neugründungen und Firmenbeteiligungen im In- und Ausland.

1913 Gründung der «Verzinki»

1913 wurde die in der Industriestrasse ansässige Verzinkerei Zug als neue Firma der Metallwarenfabrik Zug gegründet. Die «Verzinki» spezialisierte sich auf das Verzinken von Blechteilen für die Landwirtschaft und das Baugewerbe sowie die Produktion von Küchengeräten.

1912/13 wurde der Hauptbau der «Metalli» an der Baarerstrasse auf 168 Meter verlängert. Die «Metalli» erweiterte ihre Produktepalette und begann mit der Bearbeitung von Aluminium und rostfreiem Stahl. Im August 1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Viele Arbeiter wurden in die Armee eingezogen, Arbeiter aus dem Ausland kehrten in ihre Heimat zurück, die Rohstoffe wurden knapp und teuer. Aber gerade jetzt profitierte das Unternehmen von seiner langjährigen Erfahrung in der Metallbearbeitung. Es nahm Rüstungsaufträge des Bundes an und produzierte Stahlhelme, Feldflaschen, Gewehrmagazine und weitere Metallwaren für die Schweizer Armee. 1916 zählte die «Metalli» 550 Mitarbeiter – so viele, wie nie zuvor und nie danach.

1918 – 1945 Kriegsjahre

In den 1920-er Jahren war die Schweizer Wirtschaft von geringen Absätzen und schwachen Währungen in den Exportländern geplagt. Preise und Löhne gerieten unter Druck, die Zahl der Beschäftigten sank. Trotz geringer Erträge gelang es der «Metalli» in die Fertigung zu investieren. Man ersetzte Kohleöfen durch Ölfeuerrungen und der Einbrennofen für das Email wurde elektrifiziert. Als die Nachfrage und die Preise mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 einen weiteren Tiefpunkt erreichten, suchte das Unternehmen nach neuen, konkurrenzfähigen Produkten. So wurde schweres Kochgeschirr für Elektro- und Gasherde entwickelt und ab 1933 mit der Fabrikation von Kühlschrankgehäusen und -einsätzen begonnen. Nach einem verbesserten Zollschutz und der Abwertung des viel zu teuren Frankens stabilisierte sich die wirtschaftliche Lage. Dann brach der Zweite Weltkrieg aus. Anders als im ersten Weltkrieg, gab es nun ein staatliches Kriegswirtschaftsprogramm, das unter anderem die Anbaupflicht von Nutzpflanzen vorsah. So bewirtschaftete die «Metalli» einen grossen Kartoffelacker und teilte ihren Arbeitern und Angestellten Pflanzland zu. Auch ein Dörrofen wurde errichtet, zudem ein «Wohlfahrtshaus» mit Garderoben, Duschen und Aufenthaltsräumen für die Belegschaft. Mit der verbesserten Versorgung konnte auch die Produktion gesichert werden.

1956 Gründung der Metallwaren Holding

Die Nachkriegskonjunktur brachte der «Metalli» einen anhaltenden Aufschwung bis zum Ende der 1960-er Jahre. Sie baute nun auch Heizöfen, Kochherde, Backöfen und andere Haushaltsgeräte. 1950 ging die erste automatische Waschmaschine vom Band, 1962 folgte der erste Geschirrspülautomat. Später kamen Mikrowellengeräte, ganze Küchenkombinationen, Klimaanlagen und Kunststoffplatten dazu. Der Werkstoff Email wich modernen Leichtmetall- und Kunststoffprodukten. Durch die moderneren Materialien und Fabrikationsmethoden veränderte sich allmählich der Betrieb. An die Stelle der Schmelzerei und der Verzinkerei traten Entwicklungs- und Prüflabore.

1956 firmierte die alte Metallwarenfabrik Zug AG zur Metallwaren Holding AG um. Die neue Metallwaren Zug AG, die Verzinkerei und die Beteiligungen im In- und Ausland wurden zu Tochterunternehmen der Holding.

1976 «Metalli» und «Verzinki» unter einem Dach

In den 1960-er Jahren setzte die «Metalli» auf Diversifikation. Da dies jedoch mit hohen Investitionskoste einherging, bestand bei den Familienaktionären Uneinigkeit über die Entwicklungsrichtung des Unternehmens. Dann setzte der neue Gesamtleiter Heinz Buhofer ein gestrafftes, modernisiertes Fabrikationsprogramm durch. Beteiligungen wurden verkauft, Produktionszweige aufgegeben. 1976 wurden die Verzinkerei und die Metallwaren Zug AG unter dem Namen «Verzinkerei Zug AG mit Metallwarenfabrik» vereinigt. Schrittweise zog der Produktionsbereich der Metallwarenfabrik an den Standort der Verzinkerei um, bis die Integration 1981 abgeschlossen war. Die leerstehenden Produktionshallen der «Metalli» an der Baarerstrasse dienten nun zur Zwischennutzung als Ateliers, Lagerhallen und Eventräume.

1981 wurde die Metallwaren Holding AG in V-Zug AG umbenannt.

1983 Rückbau

Während sich die «Metalli» zu ihrer Gründungszeit ausserhalb der Stadt befand, lag das Areal nun inmitten des Siedlungsgebietes. Für die Umnutzung der 40’000 Quadratmeter grossen Fläche sah man deshalb urbane Nutzungen wie Geschäfte, Restaurants, Wohnungen und Büros vor. Als Rechtsnachfolgerin der Metallwarenfabrik plante die MZ Immobilien AG die Überbauung des Areals. Umnutzungen einer derartig grossen Fläche hatte es in Zug bisher nie gegeben, entsprechend gross war das öffentliche Interesse. Nach einer kontroversen Diskussion der Stadtentwicklung nahm das Zuger Stimmvolk den Bebauungsplan mit guter Mehrheit an. 1983 erfolgte der Abbruch der alten Fabrikgebäude. Das gesamte Inventar – vom Radiator bis zur kompletten Halle – konnte wiederverwertet werden: zum Beispiel in Karthum, der Hauptstadt des Sudans, wo der 5-Tonnen-Hallekran des Blech- und Profillagers seinen Dienst antrat, oder in Neapel, wo der Einbrennofen der Lackiererei in Betrieb genommen wurde. Der Dachstock des Blechlagers befindet sich heute auf einem Gebäude der Früchtedörranlage Abtwil, das Schützenhaus in Steinhausen ist mit den Ziegeln der ehemaligen Vorbereitungsabteilung gedeckt. Und auf dem Abenteuerspielplatz «Fröschenmatt» in Zug stehen zwischen Esel und Geissen jene Wägelchen, die dem innerbetrieblichen Transport im Emailwerk dienten …

1987 Eröffnung des Einkaufscenters «Metalli»

Am 24. September 1987 öffnete das Einkaufscenter «Metalli» seine Tore. Der postmoderne Bau schuf einen neuen Zuger Stadtkern mit einer ausgewogenen Mischung aus Wohnraum, Büroflächen, Läden und Dienstleistungsbetrieben. Nach drei weiteren Etappen war die Arealüberbauung im September 1994 abgeschlossen. Zwischen 2008 und 2012 wurde die Einkaufsallee erneuert und der Mietermix den veränderten Anforderungen der Kundschaft angepasst. Die alte Metallwarenfabrik ist Geschichte, was weiterlebt, ist ihr Name.

2012 Technologie-Cluster

2012 gleiste die Metall Zug AG das Generationenprojekt Technologie-Cluster Zug (TCZ) auf. Mit der Transformation des V-Zug-Areals an der Industriestrasse in einen modernen und vernetzen Produktions- und Entwicklungsstandort gibt das Unternehmen ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Zug. Neben neuen Produktionshallen und Laboren wird die durchlässig mit dem Stadtraum vernetzte «Smart City» dereinst Raum für Start-ups, Bildung, Ateliers, Wohnungen und vielfältige öffentliche Nutzungen bieten. Der Wandel des Areals wird von einer öffentlichen Gesprächsreihe begleitet. Auf diese Weise soll eine breite Diskussion über die Entwicklung der industriellen Produktion im städtischen Raum angeregt werden, die nicht nur für die Region Zug, sondern auch für andere Industriestandorte in der Schweiz wegweisend sein könnte.

2019 Zukunft Lebensraum «Metalli»

Das Quartier rund um das Einkaufszentrum «Metalli» ist zu einem wichtigen Begegnungsort für die Stadt Zug geworden. Damit das Quartier nach über 30 Jahren seines Bestehens auch künftigen Bedürfnissen gerecht werden kann, muss es sich weiterentwickeln. Es soll mehr Raum für Wohnen, Arbeiten und Freizeit geschaffen werden. Zudem sollen Freiräume entstehen und neue Nutzungsmöglichkeiten, die der Zuger Bevölkerung einen echten Mehrwert bieten.

Bringen Sie Ihre Ideen ein! Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

News

16. März 2020

Aufgrund der aktuellen Situation finden keine Führungen oder öffentliche Auslage der Projekte statt. Wir werden dies auf einen späteren Zeitpunkt verschieben und danken für Ihr Verständnis.

12. März 2020

Zug Estates und die Stadt Zug präsentieren das erste Resultat des gemeinsamen Planungsverfahrens «Lebensraum Metalli» 

Schematische Visualisierung der Studie der Hosoya Schaefer Architects, Zürich

Bewährtes erhalten und gleichzeitig viel Raum für Neues schaffen – so lässt sich die Grundidee für die künftige Gestaltung des Lebensraums Metalli im Herzen der Stadt Zug zusammenfassen, welche aus einem städtebaulichen Variantenstudium der Stadt Zug und der Grundeigentümerin Zug Estates hervorging. Die Ergebnisse des Wettbewerbsverfahrens sind der erste Schritt in einem mehrjährigen gemeinsamen Entwicklungsprozess von Behörden und Bauherrschaft.

28. September 2019

Die Zuger Bevölkerung redet gerne mit
Die Zugerinnen und Zuger wünschen sich im Raum Metalli noch mehr Vielfalt, Leben und Begegnung auch über die Öffnungszeiten des Einkaufszentrums hinaus. Interessierte und zufällige Passanten nutzten die Möglichkeit rege, vor Ort direkt mit Vertretern des Projektteams zu sprechen und eigene Überlegungen, Wünsche, Ideen, aber auch Bedenken im Hinblick auf die künftige Planung einzubringen. Und auf der Pinnwand bei der Ausstellung über die Geschichte des Quartiers wurden auf weit über tausend Handzetteln schriftliche Hinweise geäussert, wie das Quartier als Ganzes und der Einkaufsort im Besonderen sich in Zukunft entwickeln sollen.

16. September 2019

Mehr als 1000 Rückmeldungen erhalten
Die Magnettafel für Wünsche und Anregungen ist durch die Zuger Bevölkerung rege genutzt wurden. Vom 22. August bis am 7. September wurden über 1000 Kommentare gepostet. Wir sind im Moment dabei, die Rückmeldungen systematisch auszuwerten.

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Mitreden

Wie soll sich der Lebensraum Metalli Ihrer Meinung nach zukünftig entwickeln? Wir sind gespannt auf Ihre Wünsche und Ideen!







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