Zukunft

Das Metalli-Areal soll im Dialog mit der Zuger Bevölkerung weiterentwickelt werden. Reden Sie mit!

Wo einst Schmelzöfen standen, befindet sich heute das Einkaufszentrum «Metalli». Seit 1887 haben die Metall Zug AG und ihre Vorgängergesellschaften ihr Geschäft durch den Wandel der Zeit geführt und sich dabei immer zum Standort Zug bekannt. Um dieses geschichtsträchtige Areal inmitten des Stadtzentrums für eine neue Ära zu wappnen, will der Lebensraum Metalli im Dialog mit der Zuger Bevölkerung zukunftsfähige urbane Nutzungen entwickeln. Noch steht das Projekt ganz am Anfang.

 

 

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Das «Metalli»-Areal umfasst die Zentrumsüberbauung «Metalli» mit über 50 Geschäften, Büro- und Wohnflächen, die beiden führenden Businesshotels Parkhotel Zug und Hotel City Garden sowie weitere Wohn- und Geschäftsliegenschaften. Die Einkaufs-Allee «Metalli» stammt aus dem Jahr 1987. Damit sie nach über 30 Jahren auch künftigen Bedürfnissen gerecht werden kann, muss sie sich weiterentwickeln.

Das «Metalli»-Quartier ist ein wichtiger Begegnungsort für die Stadt Zug. Deshalb erfolgt seine Erneuerung nach sorgfältig festgelegten Grundsätzen und im Einklang mit den Zielen der Stadtentwicklung. Es soll mehr Raum für Wohnen, Arbeiten und Freizeit geschaffen werden. Zudem sollen Freiräumen entstehen sowie neue Nutzungsmöglichkeiten, die der Zuger Bevölkerung einen echten Mehrwert bieten.

 

 

History

1887 Gründung der «Metalli»

1880/81 baute die «Actiengesellschaft Email- & Metallwaaren Fabrik Zug» die erste grosse Fabrikanlage der Stadt Zug. Kernstück war ein zweigeschossiger Backsteinbau mit einer Fassadenlänge von 118 Metern entlang der Baarerstrasse. 1882 hatte das Unternehmen 219 Beschäftigte. Da das Emaillieren eine noch wenig verbreitete Technologie war, geriet die «Emaili» in finanzielle Schwierigkeiten und ging 1886 Konkurs. Ein Jahr später gründete ein aus Zuger und Zürcher Geschäftsleuten bestehendes Konsortium die Firma «Metallwarenfabrik Zug» neu. Produziert wurden Emailwaren und Haushaltsgegenstände wie Eimailgeschirr, Emailschilder, Nachttöpfe und Molkereiartikel wie die «Zuger Kanne» für Milchtransporte. 1898 gelang dem Unternehmen der Durchbruch. Es expandierte durch Zukäufe, Neugründungen und Firmenbeteiligungen im In- und Ausland.

1913 Gründung der «Verzinki»

1913 wurde die in der Industriestrasse ansässige Verzinkerei Zug als neue Firma der Metallwarenfabrik Zug gegründet. Die «Verzinki» spezialisierte sich auf das Verzinken von Blechteilen für die Landwirtschaft und das Baugewerbe sowie die Produktion von Küchengeräten.

1912/13 wurde der Hauptbau der «Metalli» an der Baarerstrasse auf 168 Meter verlängert. Die «Metalli» erweiterte ihre Produktepalette und begann mit der Bearbeitung von Aluminium und rostfreiem Stahl. Im August 1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Viele Arbeiter wurden in die Armee eingezogen, Arbeiter aus dem Ausland kehrten in ihre Heimat zurück, die Rohstoffe wurden knapp und teuer. Aber gerade jetzt profitierte das Unternehmen von seiner langjährigen Erfahrung in der Metallbearbeitung. Es nahm Rüstungsaufträge des Bundes an und produzierte Stahlhelme, Feldflaschen, Gewehrmagazine und weitere Metallwaren für die Schweizer Armee. 1916 zählte die «Metalli» 550 Mitarbeiter – so viele, wie nie zuvor und nie danach.

1918 – 1945 Kriegsjahre

In den 1920-er Jahren war die Schweizer Wirtschaft von geringen Absätzen und schwachen Währungen in den Exportländern geplagt. Preise und Löhne gerieten unter Druck, die Zahl der Beschäftigten sank. Trotz geringer Erträge gelang es der «Metalli» in die Fertigung zu investieren. Man ersetzte Kohleöfen durch Ölfeuerrungen und der Einbrennofen für das Email wurde elektrifiziert. Als die Nachfrage und die Preise mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 einen weiteren Tiefpunkt erreichten, suchte das Unternehmen nach neuen, konkurrenzfähigen Produkten. So wurde schweres Kochgeschirr für Elektro- und Gasherde entwickelt und ab 1933 mit der Fabrikation von Kühlschrankgehäusen und -einsätzen begonnen. Nach einem verbesserten Zollschutz und der Abwertung des viel zu teuren Frankens stabilisierte sich die wirtschaftliche Lage. Dann brach der Zweite Weltkrieg aus. Anders als im ersten Weltkrieg, gab es nun ein staatliches Kriegswirtschaftsprogramm, das unter anderem die Anbaupflicht von Nutzpflanzen vorsah. So bewirtschaftete die «Metalli» einen grossen Kartoffelacker und teilte ihren Arbeitern und Angestellten Pflanzland zu. Auch ein Dörrofen wurde errichtet, zudem ein «Wohlfahrtshaus» mit Garderoben, Duschen und Aufenthaltsräumen für die Belegschaft. Mit der verbesserten Versorgung konnte auch die Produktion gesichert werden.

1956 Gründung der Metallwaren Holding

Die Nachkriegskonjunktur brachte der «Metalli» einen anhaltenden Aufschwung bis zum Ende der 1960-er Jahre. Sie baute nun auch Heizöfen, Kochherde, Backöfen und andere Haushaltsgeräte. 1950 ging die erste automatische Waschmaschine vom Band, 1962 folgte der erste Geschirrspülautomat. Später kamen Mikrowellengeräte, ganze Küchenkombinationen, Klimaanlagen und Kunststoffplatten dazu. Der Werkstoff Email wich modernen Leichtmetall- und Kunststoffprodukten. Durch die moderneren Materialien und Fabrikationsmethoden veränderte sich allmählich der Betrieb. An die Stelle der Schmelzerei und der Verzinkerei traten Entwicklungs- und Prüflabore.

1956 firmierte die alte Metallwarenfabrik Zug AG zur Metallwaren Holding AG um. Die neue Metallwaren Zug AG, die Verzinkerei und die Beteiligungen im In- und Ausland wurden zu Tochterunternehmen der Holding.

1976 «Metalli» und «Verzinki» unter einem Dach

In den 1960-er Jahren setzte die «Metalli» auf Diversifikation. Da dies jedoch mit hohen Investitionskoste einherging, bestand bei den Familienaktionären Uneinigkeit über die Entwicklungsrichtung des Unternehmens. Dann setzte der neue Gesamtleiter Heinz Buhofer ein gestrafftes, modernisiertes Fabrikationsprogramm durch. Beteiligungen wurden verkauft, Produktionszweige aufgegeben. 1976 wurden die Verzinkerei und die Metallwaren Zug AG unter dem Namen «Verzinkerei Zug AG mit Metallwarenfabrik» vereinigt. Schrittweise zog der Produktionsbereich der Metallwarenfabrik an den Standort der Verzinkerei um, bis die Integration 1981 abgeschlossen war. Die leerstehenden Produktionshallen der «Metalli» an der Baarerstrasse dienten nun zur Zwischennutzung als Ateliers, Lagerhallen und Eventräume.

1981 wurde die Metallwaren Holding AG in V-Zug AG umbenannt.

1983 Rückbau

Während sich die «Metalli» zu ihrer Gründungszeit ausserhalb der Stadt befand, lag das Areal nun inmitten des Siedlungsgebietes. Für die Umnutzung der 40’000 Quadratmeter grossen Fläche sah man deshalb urbane Nutzungen wie Geschäfte, Restaurants, Wohnungen und Büros vor. Als Rechtsnachfolgerin der Metallwarenfabrik plante die MZ Immobilien AG die Überbauung des Areals. Umnutzungen einer derartig grossen Fläche hatte es in Zug bisher nie gegeben, entsprechend gross war das öffentliche Interesse. Nach einer kontroversen Diskussion der Stadtentwicklung nahm das Zuger Stimmvolk den Bebauungsplan mit guter Mehrheit an. 1983 erfolgte der Abbruch der alten Fabrikgebäude. Das gesamte Inventar – vom Radiator bis zur kompletten Halle – konnte wiederverwertet werden: zum Beispiel in Karthum, der Hauptstadt des Sudans, wo der 5-Tonnen-Hallekran des Blech- und Profillagers seinen Dienst antrat, oder in Neapel, wo der Einbrennofen der Lackiererei in Betrieb genommen wurde. Der Dachstock des Blechlagers befindet sich heute auf einem Gebäude der Früchtedörranlage Abtwil, das Schützenhaus in Steinhausen ist mit den Ziegeln der ehemaligen Vorbereitungsabteilung gedeckt. Und auf dem Abenteuerspielplatz «Fröschenmatt» in Zug stehen zwischen Esel und Geissen jene Wägelchen, die dem innerbetrieblichen Transport im Emailwerk dienten …

1987 Eröffnung des Einkaufscenters «Metalli»

Am 24. September 1987 öffnete das Einkaufscenter «Metalli» seine Tore. Der postmoderne Bau schuf einen neuen Zuger Stadtkern mit einer ausgewogenen Mischung aus Wohnraum, Büroflächen, Läden und Dienstleistungsbetrieben. Nach drei weiteren Etappen war die Arealüberbauung im September 1994 abgeschlossen. Zwischen 2008 und 2012 wurde die Einkaufsallee erneuert und der Mietermix den veränderten Anforderungen der Kundschaft angepasst. Die alte Metallwarenfabrik ist Geschichte, was weiterlebt, ist ihr Name.

2012 Technologie-Cluster

2012 gleiste die Metall Zug AG das Generationenprojekt Technologie-Cluster Zug (TCZ) auf. Mit der Transformation des V-Zug-Areals an der Industriestrasse in einen modernen und vernetzen Produktions- und Entwicklungsstandort gibt das Unternehmen ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Zug. Neben neuen Produktionshallen und Laboren wird die durchlässig mit dem Stadtraum vernetzte «Smart City» dereinst Raum für Start-ups, Bildung, Ateliers, Wohnungen und vielfältige öffentliche Nutzungen bieten. Der Wandel des Areals wird von einer öffentlichen Gesprächsreihe begleitet. Auf diese Weise soll eine breite Diskussion über die Entwicklung der industriellen Produktion im städtischen Raum angeregt werden, die nicht nur für die Region Zug, sondern auch für andere Industriestandorte in der Schweiz wegweisend sein könnte.

2019 Zukunft Lebensraum «Metalli»

Das Quartier rund um das Einkaufszentrum «Metalli» ist zu einem wichtigen Begegnungsort für die Stadt Zug geworden. Damit das Quartier nach über 30 Jahren seines Bestehens auch künftigen Bedürfnissen gerecht werden kann, muss es sich weiterentwickeln. Es soll mehr Raum für Wohnen, Arbeiten und Freizeit geschaffen werden. Zudem sollen Freiräume entstehen und neue Nutzungsmöglichkeiten, die der Zuger Bevölkerung einen echten Mehrwert bieten.

Bringen Sie Ihre Ideen ein! Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

News

16. September 2019

Mehr als 1100 Rückmeldungen erhalten
Die Magnettafel für Wünsche und Anregungen ist durch die Zuger Bevölkerung rege genutzt wurden. Vom 22. August bis am 7. September wurden über 1100 Kommentare gepostet. Wir sind im Moment dabei, die Rückmeldungen systematisch auszuwerten.

22. August 2019

Zug Estates und Stadt Zug geben Planungsvereinbarung bekannt.
Weitere Informationen finden Sie in der Medienmitteilung der Zug Estates.

v.l. Christian Schnieper, Stadtarchitekt; Tobias Achermann, CEO Zug Estates Holding AG; Dr. Beat Schwab, VRP Zug Estates Holding AG; Eliane Birchmeier, Vorsteherin Baudepartement; Florian Diener, stv. Leiter Entwicklung und Proejkte

7. August 2019

Ausstellungseröffnung – Reden Sie mit!
Am 20. August 2019 wird ein Informationspavillon im Einkaufscenter «Metalli» eröffnet. Bis zum 7. September ist die Zuger Bevölkerung eingeladen, sich hier über das «Metalli»-Areal im Wandel der Zeit zu informieren sowie ihre persönlichen Wünsche und Ideen für künftige Entwicklungen einzubringen.

Hier können Sie den Flyer herunterladen

Mitreden

Wie soll sich der Lebensraum Metalli Ihrer Meinung nach zukünftig entwickeln? Wir sind gespannt auf Ihre Wünsche und Ideen!






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