«Selbst auf die Beine gestellt»

Werner Schaeppi
08
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09
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2022
5 Min.
Lesezeit

Charly Keiser blickt zurück in die 70er-Jahre, als die ZJT-Baracke auf dem Areal der Treffpunkt war für die Zuger Jugend.

Charly Keiser blickt zurück auf die Zeit, als an dieser Stelle noch der Zuger Jugendtreffpunkt (ZJT) stand. Bild: Christoph Kaminski

Schon in den frühen 1970er-Jahren war das Gebiet Metalli mit der ZJT-Baracke ein beliebter Treffpunkt für Zuger Jugendliche. Entstanden war das Ganze im Nachhall der Zürcher Jugendkrawalle und der dortigen Forderung nach einem autonomen Jugendzentrum – wenn auch letztlich in deutlich gemässigterer Form.

«Auch wir Zuger wollten einen Ort für uns haben. Aber den meisten ging es weniger um Politik als um die ungezwungene Atmosphäre, um einen Ort, wo wir uns ohne Konsumzwang treffen konnten, Musik machen, zusammen einen Film schauen und Spass haben …», erinnert sich Charly Keiser, heute Kommunikationsverantwortlicher bei der kantonalen Baudirektion. Nach längerem Suchen und viel Hin und Her unter den Beteiligten hatte damals eine Handvoll Jugendlicher den Verein Zuger Jugendtreffpunkte (V-ZJT) gegründet – eine Voraussetzung für Verhandlungen mit der Stadt Zug um die Nutzung einer verlassenen Baracke auf dem damaligen Brachland.

Eigeninitiative und Hartnäckigkeit

Erklärtes Ziel des Vereins war der «Betrieb einer Teestube». «Die Getränke gab es zum Selbstkostenpreis, sodass wir uns auch mal eine Stange Bier leisten konnten. Der eigentliche Reiz war aber im Nachhinein betrachtet, dass wir alles selbst auf die Beine stellten. Jeder war frei, etwas beizutragen. Und unter anderem gab es unter uns diverse Handwerkerlehrlinge, die dann die Installationen und die Einrichtung übernahmen, WCs einbauten und eines Tages auch die ganze Baracke weiss anstrichen.»

Als der ZJT immer beliebter wurde und der einzelne Raum der Baracke den steigenden Ansprüchen nicht mehr genügte, erhielten die Jugendlichen nach hartnäckigen Forderungen an die Behörden schliesslich einen Neubau an der Industriestrasse 45. Später entstand zusätzlich der Jugendtreffpunkt «Chaos», das heutige «Podium 41», an der Chamerstrasse.

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Charly Keiser blickt zurück auf die Zeit, als an dieser Stelle noch der Zuger Jugendtreffpunkt (ZJT) stand. Bild: Christoph Kaminski

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